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Chronik


Von der ältesten Schänke Henn zum Gasthaus Christmann

Bilder des Landgasthofes ChristmannWirtshäuser entstanden meist an Straßen und Wegen, auf denen durchfahrende Handelsleute und sonstige Personen mit ihren Gespannen halt zu machen pflegten, um ihre Pferde zu füttern, selbst etwas zu essen und ihren Durst zu stillen. Des Abends, meist nach getaner Arbeit, trafen sich zu allen Zeiten die Dorfbewohner, um Geselligkeit zu pflegen, zum Kartenspielen und um Getränke zu genießen. Meist waren es die einflussreichsten Männer des Dorfes, die sich der Wirtschaft annahmen. So war es auch in Katzweiler.Der erste nachweisbare Wirt war der Schultheiß Hans Wilhelm Henn. Sein im Jahre 1686 erbautes Haus stand an der Stelle des im Jahre 1914 durch den Land- und Gastwirt Eugen Christmann erbauten Gasthauses.

Bilder des Landgasthofes ChristmannAm 10. Januar 1720 teilte dieser Henn im Beisein der Schöffen des Gerichts Katzweilers sein Vermögen unter seine noch lebenden elf Kinder auf. Um nach seinem Tode unter den Geschwistern keinen Streit aufkommen zu lassen und um die gute Freundschaft zu erhalten, ordnete er am 28. Juni 1723 durch einen Vergleich an, wie es nach seinem Tode weitergehen soll. Der Sohn Johannes Henn sollte das väterliche Wohnhaus, die Scheuer, das Kelterhaus und die "Schänken" behalten. Dafür muss er den Vater lebenslang bei sich im Haus behalten, verpflegen, die Wärme geben, sein Weißzeug waschen, die Kost geben, so gut wie er sie genießt, und beim Mittag- und Abendessen jedes mal einen Schoppen guten Wein geben.

Bilder des Landgasthofes ChristmannJohannes Henn wird im Jahre 1721 mit einem Hofplatz, einem Schneider und als "Straußwirt" mit geringem Trieb verschätzt. Er war von 1727 bis 1733 Schultheiß, erwarb bei einer Versteigerung im Jahre 1732 ein Viertel des Hünerscherrer Stiftshofes zu dem schon in Besitz befindlichen Drittel des Buhl-Heintzen Erbbestandshofes. Henn durfte sich deshalb Straußwirt nennen, weil er eigenes Obst kelterte und sachgerecht zu Wein gären ließ. Wilhelm Henn, der alte Schultheiß, überlebte seinen Sohn um einige Jahre. Die Witwe des Johannes Henn verehelichte sich im Jahre 1735 mit dem aus Morschheim stammenden Schmied Daniel Frühuff, der von 1707 bis 1758 lebte. Fühuff wurde Zöllner und 1736 Bürgermeister von Katzweiler. Aus dem Gasthaus wurde nun auch noch ein Zollhaus. Der Bruder des Zöllners, Wilhelm Frühuff, schloss mit der Tochter des Johannes Henn, Christine Henn, den Ehebund, zog nach Hünerscherr und trat später das Erbe des Stiftshofes an.

Bilder des Landgasthofes ChristmannIm Wirtshaus zu Katzweiler blieb die andere Tochter von Johannes Henn, Katharina. Sie gelangte im Jahre 1741 bei ihrer Heirat mit dem Schneidermeister Johann Michael Christmann aus Wörsbach in den Besitz der Katzweilerer Schänke. Christmann hatte in dieser seiner ersten Ehe wenig Glück. Von neun Kindern blieb nur ein Sohn am Leben, Johann Michael Christmann jun., der sich mit der Pfarrerstochter Louise Magdalena Külp verehelichte. Katharina Henn, die Ehefrau des Christmann, starb bei der Geburt des letzten Kindes. Haus und Hof des Michael Christmann sen., das im Jahre 1760 noch z.T. auf einem Buhl - Heintzen - Platz stand, werden mit 25 fl, das Schneiderhandwerk jährlich mit 30 fl besteuert. Ein Drittel der Buhl - Heintzen - Felder gehörten zum Besitz. Als Schneider arbeitete er mit Gesellen. Doch erfahren wir, dass er sein Geschäft im Jahre 1771 "schlecht treibet". Es gab im Jahre 1760 im Dorfe allein 6 Wirtschaften!

Bilder des Landgasthofes ChristmannNach dem Tode der ersten Frau ging Christmann sen. eine zweite Ehe mit der Bauerntochter Barbara Walter aus Frankelbach ein, die von 1737 bis 1794 lebte. Michael Christmann starb im Jahre 1789 als "langjähriger Gerichtsschöffe". Er war des Schreibens erfahren und bei allen Beurkundungen während seiner Schöffenzeit dabei. Der jüngste Sohn aus letzter Ehe, Johannes Christmann (1775 bis 1829), musste, um das elterliche Erbe übernehmen zu können, volljährig werden. Das Oberamt Lautern, das nach Weilerbach ausgewichen war, bewilligte dies am 17. Jenner 1795 mit Rücksicht darauf, dass derselbe ein Waise sei, "eigenthümliches Haus und ansehnliche Güter besitze, die sonst dem gänzlichen Ruin unterworfen wären, als Bürger aufgenommen und sich mit Catharina Elisabetha Schuhmacherin verehelichen möge". Nach eingebrachtem Attestat des Gerichts Katzweiler musste der Beschluss im Unteramt Wolfstein bekannt gemacht werden. Diese Frau starb im Jahre 1813. Daraufhin schloss er im Jahre darauf mit Catharina Magdalena Maue aus Katzweiler die zweite Ehe.

Bilder des Landgasthofes ChristmannNach dem Tode von Johannes Christmann sen. übernahm sein gleichnamiger Sohn Johannes Christmann II. das elterliche Anwesen. Er sollte zum Militär und zum 6. Linien - Infanterie - Regiment eingezogen werden. Nachdem aber für ihn ein "freiwilliger Einsteher" aus Rottenburg im Landgericht Aschaffenburg einsprang, brauchte er nicht nach Landau einrücken. Seine Frau war Katharina Klein (1805 bis 1866) aus Katzweiler, deren Vorfahren den gräflich - sickingischen Hof zu Mehlbach bewirtschafteten. Durch Schenkung gelangten Wirtshaus, Scheuer, Stall und Hofraum im Jahre 1855 an Jakob Christmann IV. (1829 bis 1886) bei seiner Heirat mit Susanne Henn vom Schafmühlerhofe (+ 1909). Diese wiederum übergab als Witwe im Jahre 1888 ihrem Sohn Eugen Christmann (1863 bis 1942) bei seiner Heirat mit der aus Niederkirchen bei Kaiserslautern stammenden Ehefrau Katharina Maue die Wirtschaft. Der erbaute - nach Abriss der alten Kegelbahn - im Jahre 1904 einen neuen Tanzsaal, riss im Jahre 1914 das alte Wirts- und Wohnhaus ab und erbaute an Stelle des alten, das heutige Gasthaus Christmann nach Plänen von Architekt Römer aus Kaiserslautern.

Bilder des Landgasthofes ChristmannIm Jahre 1932 erhielt der Sohn Ernst Christmann das Anwesen. Die Ehefrau Elsa geb. Schroer stammt aus Weltersbach. Seit 1972 ist die Wirtschaft im Besitz der 7. Generation.Kurt-Walter Christmann und Ehefrau Waltraud - Brigitte geb. Zimmermann aus Weisenheim/Sand betreiben heute im Jahre 2007 mit Unterstützung ihrer Kinder Heiko, Bernd und Iris Christmann die Gaststätte, die einst der mehrmalige Urahn Johannes Wilhelm Henn gründete.

Das alte Haus und auch dieses neuere haben gute und schlechte Zeiten erlebt. Viele Menschen von nah und fern gingen hier ein und aus, hier wurde gefeiert, getanzt, die Lutheraner hielten im alten Hause ihre Gottesdienste ab, hier wurden Vereine gegründet, hier wurdenBürgerversammlungen abgehalten. Es hat sich hier sehr viel ereignet, über das man allein ein Buch schreiben könnte.

Bilder des Landgasthofes ChristmannIm Landgasthof Christmann gibt es heute eine fein bürgerliche Küche mit Spezialitäten nach Omas Rezept. Buffets für jeden Anlass, Kuchen aus eigener Herstellung und von September bis Mai ist einmal im Monat Schlachtfest.

Der historische Saal ist für Familienfeiern, Betriebsfeste, Tanzveranstaltungen, Jubiläen und Reisegruppen bestens geeignet und bietet Platz für 120 Personen. Im Nebenzimmer finden 30 Personen Platz und in der rustikalen Gaststube bis zu 50 Personen.

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